Erneuerbare Fuels stärken
Im Zuge der Umsetzung der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III in nationales Recht und der Weiterentwicklung der Treibhausgas-Quote dürfte in Deutschland der Bedarf an grünen Kraftstoffen weiter steigen. Das Unternehmen DKS will als neuer Player im Markt künftig entscheidend zur stabilen Versorgung in diesem Bereich beitragen.
Seit November 2024 ist DKS Fuels – das Kürzel steht für Deutsche Kraft-Systeme – als neuer Importeur im deutschen Markt aktiv. Zunächst liefert das Unternehmen insbesondere Dieselkraftstoff, will aber ab 2026 unter der Marke „DKS fuels solution“ mit seinen Produkten „aktiv zu einer Beschleunigung in Richtung einer vollständig nachhaltigen Mobilität beitragen“, wie CEO Massimo Romagnoli betont. Zu den Produkten, die das Unternehmen ab dem laufenden Jahr nach seinen Worten anbieten wird, gehören HVO, E5, E10, SAF und „Hafendiesel“.
Auf die Frage, ob DKS künftig auch Heizöl mit erneuerbaren Anteilen im Portfolio haben könnte, antwortet Romagnoli: „Das kann ich mir gut vorstellen und wünsche es mir sehr, denn Biokraftstoffe sind vielseitig einsetzbar. Man muss abwarten, wie sich hier der Bedarf entwickelt, was auch von den politischen Rahmenbedingungen abhängt.“
Stand heute ist das Unternehmen für den deutschen Markt aus Mannheim aktiv. Ab März soll es auch regionale Büros in Frankfurt am Main und ab Juni in Hamburg geben. Entsprechend der bereits verfügbaren Tanklagerkapazitäten werden Kunden in den Regionen Wilhelmshafen, Mannheim und neuerdings auch Magdeburg beliefert. Als Nächstes plant DKS Erweiterungen in Richtung Rostock, Hannover und Nürnberg. Zu den Kundengruppen gehören sowohl mittelständische Energiehändler als auch große Speditionen und andere Großabnehmer von Kraftstoffen wie etwa öffentliche Fuhrparkbetreiber.
Fokus Biokraftstoffe und HVO
Neben klassischen Biokraftstoffen gilt HVO für Romagnoli als wichtiger strategischer Baustein. „Damit wollen wir die Ziele der Europäischen Union unterstützen, ihren CO₂-Fußabdruck bis 2050 zu reduzieren. Vor rund 90 Jahren gab es zwei Milliarden Menschen, jetzt sind wir bei acht und bald vielleicht bei zehn Milliarden. Ohne erneuerbare Energien wird deren Versorgung nicht nachhaltig möglich sein. Es geht darum, die Umweltverschmutzung zu reduzieren. Neben Emissionen lässt sich auch die Lärmbelastung von Autos oder Landmaschinen erheblich senken, wenn erneuerbare Kraftstoffe genutzt werden. Daran arbeiten wir.“
Verfügbarkeit, Qualität, Geschwindigkeit
Im Logistikbereich ist der gebürtige Italiener bereits seit 25 Jahren tätig, und im Energiegeschäft sammelte er im spanischen und griechischen Markt umfangreiche Erfahrungen. Immer schon ging es dabei auch um Kraftstoffe. „Verlässliche Belieferung, Geschwindigkeit und Qualität der logistischen Prozesse“ sind Stärken, die er über die Jahre in diesen Sparten aufgebaut hat, wie er es beschreibt.
Bei Kraftstoffen liegt sein Fokus nicht nur auf dem Straßenverkehr. Auch bei der Treibstoffversorgung von Flugzeugen war er engagiert – beispielsweise im Jahr 2006 bei einer besonderen Lösung mit Blick auf die Sicherung der europäischen Grenzen. Dabei wurde im italienischen Raum die Luftbetankung von Kampfflugzeugen vorangetrieben.
Die Produkte importiert DKS exklusiv aus den USA, wie Romagnoli berichtet. Über den ARA-Raum wird die Ware in großen Schiffen nach Wilhelmshaven befördert und von dort in kleineren Barges den Rhein hinunter nach Mannheim.
Die Qualitätssicherung ist dabei für Romagnoli und sein Team ein wesentlicher Aspekt. „Es gilt generell für alle Produkte, die wir nach Deutschland bringen, dass wir mit marktbekannten Akteuren zusammenarbeiten, die unsere Produkte entsprechend beproben. Gleichzeitig stellen wir mit den Spezialisten aus dem eigenen Unternehmen sicher, dass die Produkte – ganz gleich ob HVO, Diesel oder Benzin – nicht nur ihrem Namen gerecht werden, sondern den Anforderungen des deutschen Marktes genau entsprechen. Ganz aktuell geht es dabei besonders um die Wintertauglichkeit. Um im deutschen Markt bestehen und wachsen zu können, ist es grundlegend, dass wir die Nachfrage unserer Kunden nachweislich zu den Standards erfüllen, die sie gewohnt sind und einfordern.“
Aus seiner Sicht sind – abgesehen natürlich von den politischen Regularien – zudem zwei Aspekte auf Dauer entscheidend, damit der Anteil erneuerbarer Fuels im deutschen Markt weiter steigen kann: „Zum einen müssen wir beim Nachschub an Produkten für Kontinuität sorgen. Ohne verlässliche, nachhaltige Lieferketten und eine sichere Versorgung lässt sich kein Markt aufbauen. Um diese ständige Verfügbarkeit zu erreichen, erweitern wir kontinuierlich unser Netz an Tanklagern in Deutschland. Zum anderen stehen wir für einen hohen Service-Standard bei der Belieferung vom Tanklager zum Endkunden. Wir liefern auch am Sonnabend Produkte aus oder schon früh um 06:00 Uhr. Das ist für uns keine Besonderheit. So muss sich keiner unserer Kunden Sorgen machen, dass seine Ware nicht bedarfsgerecht zur Verfügung steht, wenn er seine täglichen Prozesse beginnt.“
Perspektiven
Deutschland als starker Motor für die europäische Wirtschaft war ursprünglich das Hauptargument für Romagnoli, in diesen Markt zu expandieren. Und das werde sich auch mit der Transformation zu erneuerbaren Kraftstoffen so schnell nicht ändern. „Sicher lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Sonnen- und Windkraft Alternativen mit Wachstum darstellen. Aber 2050 ist ja noch 24 Jahre – also eine Generation – entfernt. Der Markt wird nicht von heute auf morgen umbrechen. Es ist vielmehr eine Evolution, die wir erleben, und nicht, dass einfach der Schalter umgelegt wird. Den Schritt vom fossilen zum regenerativen Kraftstoff zu gehen, ist für die Kunden noch immer einfacher als zu elektrisch“, sagt er.
Überdies ist er überzeugt, dass elektrische Antriebe in vielen Anwendungsbereichen künftig schwer Fuß fassen werden – etwa in der Schifffahrt, dem Flugwesen, im Schwertransport oder in der Landwirtschaft. „Wer weiß“, gibt er mit einem Schmunzeln zu bedenken, „vielleicht wird die Ära der Batteriefahrzeuge auch wieder zu Ende gehen. Vieles basiert auf Entscheidungen von Politikern, denen oft der nötige Bezug zur Praxis fehlt. Wir dürfen auch nicht vergessen: Die elektrischen Antriebe haben noch schwerwiegende Probleme. Was machen wir mit den verbrauchten Akkus? Wie begegnen wir der Gefahr von brennenden Akkus bei Unfällen? Und wenn ich von Mannheim nach Berlin fahren will, dann ist es schon ein Unterschied, mit welchem Antrieb ich unterwegs bin. Und nicht zu vergessen: E-Mobilität wird nicht billig bleiben. Irgendwann wird der Staat seine Steuerausfälle durch die fehlenden Verbrenner ausgleichen wollen.“
Handschlag gehört dazu
Massimo Romagnoli beschreibt sich als „Unternehmer vom alten Schlag“, der jedem neuen Partner persönlich die Hand schüttelt. „Callcenter und Internetplattformen ersetzen nicht den unmittelbaren Kontakt zwischen den Menschen.“ Um den direkten Draht in die Branche weiter auszubauen, nutzt er gern die Gelegenheit zum Austausch auf verschiedenen Veranstaltungen. So will er mit seinem Team auch auf der UNITI expo in wenigen Monaten in Stuttgart präsent sein.
Sein ehrgeiziges Ziel: Mit DKS einer der führenden Anbieter für erneuerbare Kraftstoffe in Deutschland zu werden. Dazu muss das junge Unternehmen aber noch einiges an Aufbauarbeit leisten.
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